| Vereinsgeschichte
Was
sich der damalige Eigentümer vor ca. 50 Jahren dachte, als er im ehemaligen
Entsandungsgebiet des Kalksandsteinwerkes Gellendorf Obstbäume anpflanzte,
weiß heute wohl niemand mehr so genau. Sicher ist aber, dass er damit
den Grundstock für die spätere Gartenbewirtschaftung gelegt hat.
Die Stadt Rheine kaufte "Beilmanns
Appelwieske", steckte Parzellen ab und verpachtete das Grundstück
an den Bezirksverband der Kleingärtner Rheine e.V.
In den ersten Monaten des Jahres
1954 machten sich Hobbygärtner daran, einige dieser Flächen zu
bewirtschaften. Von den später insgesamt 47 Parzellen hatten zu diesem
Zeitpunkt bereits 7 Gärten einen Pächter. Im Juli 1954 waren
es schon 16.
Am 8. Juli 1954 trafen sich diese
16 Bewerber in der Gaststätte Eickworth, gründeten einen Kleingärtnerverein
und wählten den ersten Vorstand. Bernard Hendrikmann wurde 1. Vorsitzender,
Schriftführer war Josef Sendker und als Kassierer fungierte Josef
Gausmann. Damit war der erste Schritt ins Vereinsleben getan.
In der nächsten Versammlung
am 10. Februar 1955 wurde der Vorstand um einen Gartenwart und einen Fachberater
erweitert. Am 5. Juni 1955 kam dann Karl Kalbskopf als zweiter Vorsitzender
hinzu.
In diesem Jahr wurde aber auch
die erste Baumaßnahme beschlossen - die Eingangspfeiler sollten aufgemauert
werden.
1960 baute der Gartenfreund Karl
Rohe auf der heutigen Parzelle 13 die erste Hütte. Es fehlte aber
immer noch die Wasserversorgung. So beschloss man, sechs Handpumpen zu
installieren, mit deren Hilfe jeder Gartenbesitzer das Grundwasser, statt
des mühselig gesammelten Regenwassers, für die Bewässerung
nutzen konnte.
Die Bewirtschaftung der Gärten
machte Fortschritte. Man fasste den Beschluss, erstmalig eine Bewertung
durchzuführen und die schönsten Gärten zu prämieren.
Sieger wurde damals Willi Reckenfelderbäumer. Die Plätze Zwei,
Drei und Vier gingen an Fröbel, Demberger und Wildeis.
Es war aber noch eine Menge zu
tun! Die Wege mussten befestigt und die Parzellen eingezäunt werden.
Auch daran wurde in diesem Jahr gearbeitet.
1965 wurde Karl Kalbskopf für
besondere Verdienste zum Ehrenvorsitzenden ernannt. Den Vorsitz übernahm
Heinz Helmdag.
1966 hatte die Fachzeitschrift
"Der Kleingärtner" seine ersten Abnehmer.
Nach jetzt bereits zwölf
Jahren Kleingarten-Vereinsmeierei war der Wunsch nach Sommer- und Weihnachtsfesten
immer lauter geworden. Für bevorstehende Feiern bildete man zunächst
einen "Vergnügungsausschuss". Doch wo sollte man feiern? Ein Vereinshaus
gab es ja noch nicht.
Im Jahr 1967 war die Nachfrage
nach Gärten so groß geworden, dass man eine Aufnahmegebühr
in Höhe von 20 DM einführte. In diesem Jahr wurde die Parzelle
24 (heute Nr. 36) gekündigt. An dieser Stelle sollte das neue
Vereinshaus entstehen. Das Vorhaben scheiterte jedoch zunächst am
Widerstand der Anlieger.
Der Bau des Vereinshauses beschäftigte
aber weiterhin die Mitglieder und 1968 wurde ein Bauaussschuss einberufen.
1969 endlich wurde der Bau in
Angriff genommen. Nun aber nicht auf Parzelle 36, sondern auf Nummer 2
- dem jetzigen Standort.
1970 wurde das nagelneue Vereinshaus
festlich eingeweiht.
Der Winter stand nun vor der
Tür. Ein entsetzlich stinkender Ölofen sorgte zunächst für
Wärme, bis er ein Jahr später (glücklicherweise) seinen
Geist aufgab. Eine zentrale, ölbefeuerte Warmwasserheizung wurde installiert.
Hierfür zahlte jedes Mitglied einen Kostenbeitrag von 50 DM, der später
mit Zinsen zurückgezahlt wurde. Der Rest musste finanziert werden.
1972
wurden die großen Blumenbeete am Haupteingang angelegt.
1973 nahm man die ersten Verschönerungen
am Vereinshaus vor. Der Innenraum wurde bis auf eine Höhe von einem
Meter vertäfelt. Für nichtgeleistete Arbeitsstunden wurden 3
DM pro Stunde festgelegt.
Die Ölkrise 1974 ging auch
am Kleingarten nicht spurlos vorüber. Die Bastelabende der Frauen
mussten vorübergehend eingestellt werden.
In diesem Jahr wurde der Grundstein
für ein Gerätehaus gelegt. Außerdem wurden Spiel- und Parkplatz
ausgebaut. Insgesamt mussten hierfür drei Parzellen weichen, so dass
heute nur noch 45 Parzellen vorhanden sind.
1975 war das Jahr der Baumaßnahmen.
Am Eingangstor wurde ein Sickerschacht gebaut, die Seitenstreifen der Wege
wurden mit roter Asche befestigt, und das Vereinshaus bekam ein Telefon.
Die alten Pumpen wurden durch neue ersetzt.
In diesem Jahr bildete sich erstmals
der Skatclub, der sich bis heute jedem Freitagnachmittag zu einem Spielchen
trifft.
1976 machte man sich daran, die
Begrenzungsmauer zum Nachbargrundstück zu ziehen, da sich dort ein
Schrotthandel etablierte. Nachbar Ferchland beteiligte sich an diesem Bauvorhaben
mit Mauersand und Zement und stellte die Geräte zur Verfügung.
Die Nachfrage nach Gärten
nahm ständig zu, so dass die Aufnahmegebür ab dem 1. Januar 1977
auf 50 DM angehoben wurde. In diesem Jahr gab es einen Überfall besonderer
Art. Wühlmäuse suchten die Gartenanlage heim und richteten großen
Schaden an. Um dieser Plage herr zu werden, mussten drastische Maßnahmen
ergriffen werden, die eine heftige Diskussion über Art und Weise der
Vernichtung zur Folge hatte.
1979 begann man, das Vereinshaus
zu erweitern und eine Strom- und Wasserringleitung durch die Anlage zu
ziehen.
Gartenfreund Erich Reckers wurde
in den Schlichtungsausschuss des Bezirksverbandes gewählt.
1980 erreichte der Kleingärtnerverein
Heidacker bei der alljährlichen Anlagenbewertung erstmals einen beachtlichen
2. Platz. Herrman Rohling wurde mit seinem Garten Bezirkssieger.
Nach der Gründung des Skatclubs
1975 entstand jetzt auch ein Doppelkopfclub, der sich wöchentlich
traf.
1984
wurde die bis heute letzte Erweiterung des Vereinshauses durchgeführt.
Im gleichen Jahr ging man eine
Partnerschaft mit dem Dortmunder Kleingartenverein "Zur Sonnenseite" ein,
die im Juli 2004 ihr 20jähriges Jubiläum feiern konnte und bis
heute Bestand hat. Die erste Begegnung der beiden Vorsitzenden Gerd Bleyenberg
und Werner Kolbe fand im Frühjahr 1984 an der Kaserne in Gellendorf
statt. Im August wurde die Freundschaft durch Urkunden besiegelt.
Im Oktober konnten die Eheleute
Heinrich und Anna Kurth das seltene Fest der Diamantenen Hochzeit feiern.
Nach der Messe bildeten die Gartenfreunde vom KGV Heidacker mit ihren Gartengeräten
vor der Kirche ein Spalier.
Kleingärtner sind einfallsreich
und
vielseitig und können nicht nur mit dem Sparten umgehen. Von 1984
bis 1989 richtete der Bezirksverband der Kleingärtner e.V. Rheine
Fußballturniere aus, die die Recken vom KGV Heidacker immer erfolgreich
abschließen konnten.
Das Fußballteam
von '84 - die Bäuche sind keine digitalen Effekte
Zwischen 1985 und 1990 konnten
weiter große Baumaßnahmen durchgeführt werden. So wurden
ein neuer Spielplatz errichtet und Hochbeete angelegt. Nachdem der Garten
"Meyer" zur Verfügung stand, konnte der alte Parkplatz um diese Fläche
erweitert und komplett gepflastert werden.
Im Jahr 1987 wurde der erste Weihnachtsbasar
veranstaltet. Die fleißigen Damen des Vereins konnten mit ihren Hand-
und Töpferarbeiten und den Adventsgestecken den Besuchern ein reichhaltiges
Angebot vorlegen.
Der inzwischen schon oft veränderte
Saal erhielt in diesem Jahr in diesem Jahr ein ganz neues Gesicht. Zudem
musste die Herrentoilette einem neuen Thekenraum weichen. (Aber keine Angst
- es gibt noch weitere stille Örtchen.)
Auf eine 40-jährige Vereinsgeschichte
blickte man im Jahr 1994 mit Stolz zurück. Dieses Fest wurde dann
auch zünftig im Pfarrsaal der St. Konrad Kirche in Rheine-Gellendorf
gefeiert. In diesem Jubiläumsjahr wurde auch erstmals geboßelt.
Ein Ereignis, dass sich noch heute hoher Beliebtheit erfreut.
Ein dringend notwendig gewordener
Kühlraum ersetze 1995 die alte Strom fressende Kühlbox. Eine
Investition, die mehr als lohnte.
Wer kennt noch das gute alte Käskenspiel?
1995 wurden diedafür benötigten Lieder ausgegraben. Jung und
alt nahmen in Spätherbst de gleichen Jahres begeistert an diesem doch
inzwischen fast in Vergessenheit geratenem Spiel teil.
Der wunderschöne Brunnen
vor dem Vereinshaus wurde im Jahr 1996 errichtet. Ebenfalls erhielt der
Garten Nr. 21 eine riesige Trockenmauer. Tonnenweise Sandsteine mussten
hierfür herbeigeschaft und verarbeitet werden. Eine Mordsarbeit.
1998
richtete die Stadt Rheine im Rahmen der "Agenda 98" erstmals unter dem
Motto "Rheine blüht auf" ein Frühlingsfest in der Innenstadt
aus. Der KGV Heidacker war natürlich auch vertreten - mit einem Kräuter-
und Gewürzstand.
Eine großartige Idee hatten
die Damen unseres Vereins, als sie beschlossen, einen Bauernmarkt zu veranstalten.
Selbst der Wettergott schien Gefallen daran gefunden zu haben, denn er
belohnte uns mit viel Sonne und angenehmen Temperaturen.
Nachdem 2000 der Garten Nr. 41
frei wurde und man daraus eine Spielwiese machte, wurde die neue Fläche
als Anlass genutzt, um ein Zeltlager für unsere Schreberjugend ins
Leben zu rufen. Eine einrichtung, die auch heute noch Bestand hat und von
den Jugendlichen und Kindern gerne wahrgenommen wird.
2001 feierte unser Partnerverein,
"Zur Sonnenseite" aus Dortmund, sein sage und schreibe 75-jähriges
Jubiläum. Natürlich waren wir mit von der Partie, und das Fest
wurde, wie auch viele andere in den vergangen 20 Jahren, ausschweifend
miteinander gefeiert.
Im
Jubiläumsjahr 2004 - 50 Jahre Heidacker - hatte man sich besonders
viel vorgenommen. So wurde die Hecke am Parkplatz durch einen Zaun ersetzt
un der gesamte Hauptweg neu bepflanzt. Letzteres wurde nötig, da der
gerade neu angeschafte Heideteppich den trockenen Sommer 2003 leider nicht
überstand.
Zudem empfängt ein neues
Begrüßungsschild die Besucher, und im östlichen Teil der
Anlage wurde ein Insektenhotel errichtet. Weitere Verschönungsmaßnahmen
sind geplant. Die neue Bank vor dem Vereinshaus ist allerdings nicht auf
unserem Mist gewachsen, sondern war ein Geschenk aus Dortmund zur Jubelfeier.
Ebenfalls
2004 gab man sich einen neuen Namen. Aus dem "Kleingärtnerverein Heidacker"
wurden die "Gartenfreunde Heidacker". Während der Jahreshauptversammlung
wählte man als neues Emblem den Entwurf von Klaus Hinrichsen.
Von der Gründung
bis heute, so kann man feststellen, ist unser Heidacker nie müde geworden.
Wir hoffen, dass es auch in Zukunft so bleibt, denn dann werden nicht nur
wir, sondern auch noch unsere Kinder viel Spaß an diesem wunderschönen,
naturverbundenen Hobby haben. |